Gerald Zemann, Chefredakteur
Editorial, Ausgabe 9/2017


Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Zuerst in eigener Sache: Für den optischen Auftritt eines Fachmagazins gelten Regeln, die mit jenen in Hotellerie oder Gastronomie fast ident sind. Die Ware, also das Hotelzimmer, die Speisen und Getränke, der Lesestoff, muss immer möglichst einladend und anregend präsentiert werden. Und: Was heute top ist, muss nicht automatisch auch morgen noch aktuell sein.

Auch unsere „Auslage“ wird ständig überarbeitet. Und wie bei Printmagazinen üblich, läuft dies meist nicht gänzlich ohne Diskussionen, ohne Meinungsverschiedenheiten ab. Grafische Elemente etwa, die zwar dem Artdirektor gefallen, stoßen nicht immer auf das Verständnis eines Redakteurs. Für den stehen der Inhalt, der Lesestoff und die leichte Lesbarkeit am Beginn der Prioritätenliste. Diesmal ging unser Layout-Wechsel auffallend friktionslos über die Bühne, der Artdirektor und die Redaktion waren sich bei den meisten Punkten auf Anhieb einig.

Zugegeben, wir haben unser Antlitz nicht grundlegend verändert. Wir haben es nicht einer drastischen Schönheitsoperation unterzogen (das wäre auch gar nicht notwendig gewesen). Nach wie vor gilt für uns in erster Linie: Auf den Inhalt kommt es an! Nur dessen Verpackung haben wir zart und mit Bedacht ein wenig überarbeitet. Ich hoffe, die Übung ist gelungen.

„Wo andere bei der Recherche bereits das Handtuch werfen, fangen unsere Fachautoren Horst Auer und Georg Grünn an.“ Diesen Satz schrieb ich im Editorial unserer vergangenen Ausgabe. Wie sehr er Gültigkeit hat, beweisen die beiden auch diesmal. Sie zeigen auf (ab Seite 78), mit welchen Strategien ausländische Städte und Regionen gegen die negativen Auswüchse von Airbnb & Co antreten.

Und sie beweisen an Hand eines konkreten Wiener Beispiels (ab Seite 81), wie Vermieter über Airbnb (und abseits diverser Vorschriften und Pflichten) ihre Geschäfte machen – ohne von der Behörde bisher auch nur ansatzweise eingebremst zu werden. Durchaus verständlich daher, wenn gewerbliche Beherbergungsbetriebe (die brav ihre Steuern zahlen und eine Fülle an behördlichen Auflagen erfüllen müssen) angesichts dieser unlauteren Konkurrenz zornig werden …  


Gerald Zemann
gast(at)a3verlag.com