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| 10/2017 |

ANALYSE

| FAKTEN

INTERNET SECURITY

„Es kann jeden treffen“

Die Bedrohungslage durch Viren, Trojaner, Spyware und Er-

pressungssoftware verschärft sich zunehmend.

Im Schnitt wa-

ren im Vorjahr drei von vier heimischen Unternehmen von Angrif-

fen aus dem Internet betroffen. Und: Jedes zweite Unternehmen

litt als Folge unter einer Unterbrechung der Geschäftsprozesse.

Allerdings herrscht diesbezüglich große Verschwiegenheit: Nur

rund ein Drittel der Angriffe wird offiziell auch gemeldet, zeigt

eine aktuelle KPMG-Studie, an der knapp 240 Security-Experten

österreichischer Unternehmen teilnahmen. „Unternehmen aller

Branchen und Größenordnungen waren laut Umfrageergebnis

betroffen“, erklärt Andreas Tomek, Partner bei KPMG. Negativer

Spitzenreiter sind mit 87 Prozent aller Firmen Industrieunter-

nehmen: „Cyberkriminelle wittern bei Industrieunternehmen un-

mittelbaren finanziellen Erfolg: Denn Angriffe in dieser Branche

können im schlimmsten Fall sogar zum Produktionsstillstand

führen“, begründet Tomek den hohen Prozentsatz.

Faktor Mensch im Fokus

Die häufigsten Angriffsmethoden waren im Untersuchungszeit-

raum Malware/Ransomware (90 Prozent), Phishing (89 Prozent)

und Social Engineering (47 Prozent). In allen drei Angriffskatego-

rien würden sich die Cyber-

kriminellen die Sorglosigkeit

und Neugierde von Mitarbei-

tern zunutze machen und so

technische Abwehrhürden

umgehen, heißt es bei KPMG.

„Cyberangriffe gehören zu

den gefährlichsten Sicher-

heitsrisiken für Unterneh-

men und Nationen weltweit“,

sagt Tomek. „Das ist den

meisten

österreichischen

Betrieben mittlerweile be-

wusst und sie setzen sich mit

dem Thema Cyber Security

auf höchster Führungsebe-

ne auseinander.“ Die Studie

zeigt: Cyberrisiken werden mittlerweile in drei von vier Unter-

nehmen (74 Prozent) auf oberster Ebene diskutiert. Die Kehrseite

der Medaille: Zwei Drittel (68 Prozent) der Führungsebene be-

trachten Cyber Security nach wie vor eher als technische Angele-

genheit. „Gefahren und Chancen werden häufig verkannt. Cyber-

sicherheit hat in Österreich noch längst nicht jenen Stellenwert,

der ihr zustehen würde.“

KPMG-Partner Andreas Tomek:

„Cyber Security ist langsam

am Weg zur Chefsache“