Birgit Salomon, Chefredakteurin
Editorial, Ausgabe 6/2017


Vernachlässigt

Allesamt große Herausforderungen, die an die Politik adressiert werden müssen. Wirtschaftsexperten sind sich einig: Die Leistung mittelständischer Unternehmen gilt es zu würdigen, nur sie generieren Wachstum, schaffen neue Arbeitsplätze und tragen zu einem erheblichen Staatshaushaltsanteil bei. Warum fehlt die staatliche Unterstützung? Nun wird demnächst wieder eine neue Regierung gewählt – in den Parteiprogrammen ist das Wort Mittelstand allerdings kaum zu finden.

Lobbycoach und Mittelstands-Aktivist Wolfgang Lusak hat bei den heimischen Parteichefs nachgefragt, welche politische Bedeutung der Mittelstand für sie hat und ob es Strategien gibt, die Situa­tion des Mittelstandes zu verbessern. ­a3 ECO bringt in einer Serie auszugsweise die Interviews und startet im ersten Teil mit Neos-Chef Matthias Strolz, FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar (ab S. 10). In der nächsten Ausgabe folgen dann die Statements der anderen Fraktionen.

Als beherzter Kämpfer für den Mittelstand – siehe auch www.lobbydermitte.at – ist sich Wolfgang Lusak sicher, dass sich die mittelständischen Wähler bei der nächsten Wahl vor Augen halten werden, dass sie zwar als Krisenretter und Wirtschaftsrückgrat anerkannt sind, als Interessengruppe und Lobby jedoch immer schwächer werden. Auch, dass sie, trotz braver Steuerzahlungen und innovativer Ideen, die für nachhaltige Wertschöpfung sorgen, stets benachteiligt und ausgebeutet werden.

Gestärkt durch Umfrageergebnisse, wonach 63 Prozent der Österreicher den Mittelstand für sehr wichtig halten und sich 32 Prozent ihm zugehörig fühlen, appelliert Lusak in Richtung Politik: „Der Mittelstand will nicht mehr hinnehmen permanent ignoriert zu werden und ständig schlechtere Rahmenbedingungen für seine Arbeit vorzufinden.“


Viel Erfolg beim Meistern der Herausforderungen
wünscht die a3 ECO-Redaktion