Birgit Salomon, Chefredakteurin
Editorial, Ausgabe 9/2017


Starke Stimmen

Unter den heimischen Unternehmern herrscht eine große Verdrossenheit. Die Interessen von Klein- und Mittelunternehmen (KMU) werden politisch kaum beachtet beziehungsweise oftmals sogar sabotiert. In relevanten Wirtschaftsgremien und Interessensverbänden sitzen nur wenige KMU-Vertreter und das politische Hick-Hack der vergangenen Jahre verhinderte jegliche Verbesserung des Arbeitsumfelds für die mittelständische Wirtschaft. Die Politik bekennt sich zwar verbal zum Mittelstand, die belastenden gesetzlichen Regelungen sind trotzdem nicht angegangen worden. Stichworte: überwuchernde Bürokratie, Steuer- und Abgabenlast, starre Arbeitszeitregelungen, Bildungs-Reform uvm ...

Dabei werden in Österreich von den mittelständischen Betrieben 64 Prozent aller Umsätze generiert, mit 68 Prozent die meisten Arbeitsplätze geschaffen und die größte Steuerlast getragen. Eine gewichtige Gruppe, nur scheint das die politischen Entscheidungsträger nicht zu interessieren, so der einhellige Tenor der Betroffenen. Rechtzeitig vor der Nationalsratswahl 2017 erhebt der Mittelstand seine Stimme und formuliert seine Forderungen und Wünsche an die künftige Regierung. a3 ECO lässt in Kooperation mit der Mittelstands-Plattform „Lobby der Mitte“ KMU-Führungskräfte und Selbständige aus unterschiedlichen Branchen zu Wort kommen (S. 14ff).

Dieser Tage präsentierte auch die „Mittelstands-Allianz“, eine Initiative des Senats der Wirtschaft, ihre österreichweite Kampagne für bessere Rahmenbedingungen. „Als parteipolitisch vollkommen unabhängige Wirtschaftsorganisation ist es unsere Verantwortung, jetzt auf die künftigen Regierungsprogramme Einfluss zu nehmen“, so Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senats der Wirtschaft. Mit Anzeigen, Promotion- und Social-Media-Aktivitäten werde eine möglichst umfassende Einbindung der Unternehmerschaft angestrebt. Es könne nicht so bleiben, dass das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft immer stärker unter Druck gerät. Das Land brauche einen Schulterschluss zum Wohle der Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. 


Bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen
wünscht die a3 ECO-Redaktion