Birgit Salomon, Chefredakteurin
Editorial, Ausgabe 10/2017


Zukunftsfit

Kaum eine Branche kommt noch ohne Weiterbildung aus: Was gestern gelernt wurde, ist heute schon alt. Vor allem der technologische Wandel wirkt sich stark auf das tägliche Arbeiten aus – Fertigungsprozesse verändern sich schnell, die Vernetzung von Anlagen und Anwendungen nimmt zu, Teams arbeiten zunehmend virtuell. Um fit für die Arbeitswelt zu sein, benötigen Unternehmen daher Mitarbeiter mit vielseitigen Skills. Das ist eine Herausforderung. Sie müssen ihre Mitarbeiter schulen. Wer seine Mitarbeiter nicht auf dem neuesten Stand hält, kann in Zukunft nicht mehr mithalten. Aber welches Weiterbildungsangebot soll es sein? a3ECO hat sich bei Schulungsanbietern umgehört welche Angebote besonders nachgefragt sind, welche „Zuckerln“ schulungsbereiten Unternehmen angeboten werden und wie viel in Weiterbildung investiert wird.

Ein Thema, das den Weiterbildungssektor dominiert, ist zurzeit die digitale Transformation. „Es geht hier nicht nur um Niedrigqualifizierte, sondern betrifft alle Berufsfelder: vom Gärtner, der mit dem Internet of Things seine Bewässerung optimieren kann, über die Anwältin, die Roboter einsetzt, um sich durch Berge von Unterlagen, Gesetzesbüchern, Notizen und Anträgen zu wühlen, bis hin zur Kfz-Mechanikerin, die künftig quasi rollende Computer reparieren muss“, beschreibt etwa BFI-Geschäftsführerin Valerie Höllinger die Situation (ab Seite 20).

Darüber, dass es ohne kontinuierliches Lernen nicht mehr geht, herrscht Einigkeit. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Bildungsbereitschaft der jungen Menschen. Die Lehrlingsausbildung hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend zum Problemfeld entwickelt. Mangelndes Grundwissen und schwache Leistungsbereitschaft werden oft als Gründe genannt. a3 ECO hat sich bei Betrieben, die Lehrlinge ausbilden, umgehört, nach Erfahrungen mit den Auszubildenden erkundigt und welche Anstrengungen sie unternehmen, um die besten Köpfe zu fördern (ab Seite 26).

Die Lehrlinge von heute sind die Fachkräfte von morgen! Rund 38 Prozent der 15-Jährigen beginnt hierzulande eine Lehre, Tendenz leicht steigend. Alexander Eppler, selbst Unternehmer und Lehrlingsausbildner sowie Bildungsbeauftragter der Wirtschaftskammer Wien, beschreibt im Interview die Aussichten und Möglichkeiten für Betriebe und betont: Der Nutzen liege für alle auf der Hand. Schult man die qualifizierten Fachkräfte von morgen selbst, ist die Qualität der Arbeitsleistung sowie die Wettbewerbsstärke des eigenen Unternehmens gut abgesichert. Auch würden Unternehmer zeigen, dass sie gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen, wenn sie Jugendlichen eine Ausbildung ermöglichen. Darüber hinaus profitieren die Ausbildner selbst: „Strukturen und Abläufe, die bereits seit Jahren bestehen und daher zur Selbstverständlichkeit geworden sind, werden plötzlich mit anderen Augen betrachtet. Daher ist die Ausbildung von Lehrlingen eine der besten Möglichkeiten, das eigene Unternehmen fit zu halten“ (ab Seite 22). 


Bleiben Sie am Ball!
Die a3 ECO-Redaktion