Gerald Zemann, Chefredakteur
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Editorial, Ausgabe 1-2/2017


Liebe Leserinnen, liebe Leser!


Warum eine weitere Coverstory zum Thema Cyber-Kriminalität? Wir diskutierten darüber auch in der Redaktion. Es setzte sich dann die Meinung durch, dass einerseits viele Tourismusbetriebe bereits Opfer von Kriminellen wurden. Und dass andererseits dies vielleicht zu verhindern gewesen wäre. Mit rechtzeitiger Aufklärung, mit Warnungen, mit Hinweisen, wie man es vermeiden kann, in die neuen Fallen der Betrüger zu tappen.

Nein, einfach war es für unseren Autor Hannes Ch. Steinmann nicht, die Fakten zu sammeln, mit Experten zu sprechen, Betroffene zu interviewen. An Publizität sind die meisten Opfer der Betrüger überhaupt nicht interessiert,man schweigt lieber, zahlt still das „Lehrgeld“. Und man muss jenen, die eben nicht schweigen, eine öffentliche Plattform für ihre Erfahrungen, für ihre Hinweise und Tipps geben, damit sie die noch nicht betroffenen Branchenkollegen informieren und warnen können.

Etwas einfacher bei ihren Recherchen hatten es unsere Fachautoren Horst Auer und Georg Grünn. Der Großteil der Informationen für den Fachbeitrag (ab Seite 80) über die Entwicklung der Logisumsätze der Wiener Hotellerie basiert einerseits auf dem hervorragenden Zahlenmaterial des WienTourismus, andererseits blickten sie in die Jahresabschlüsse von Hotels am Wiener Schubert- und Kärntner Ring, die fast allesamt recht kräftige Bilanzverluste einfahren.

Während einerseits das offizielle Wien freudig die steigenden Nächtigungszahlen bejubelt, sinkt der in der Hotellerie erzielte durchschnittliche Netto-Logisumsatz pro Gast und Tag in Wien. Und dies bei ständigen Kostenerhöhungen, auch die Gemeinde Wien zeigt sich bekanntlich bei den Kommunalabgaben, vorsichtig ausgedrückt, nicht unbedingt zurückhaltend. Der Markt erlaubt jedoch keine höheren Preise, die Hotels befinden sich in einer Zwickmühle. Öl ins Feuer kommt auch noch durch die ungebremste Bettenvermehrung in der Bundeshauptstadt.

Zum Abschluss noch ein Blick nach Kärnten. Dort will man den Wörthersee mit einer touristischen Attraktion verzieren. So gibt es Pläne, über den See eine Seilbahn zu bauen, um die Orte Pörtschach und Maria Wörth zu verbinden. Dies würde die Kleinigkeit von 30 Millionen Euro benötigen. Nun ist ein Tunnelprojekt aufgetaucht. Nein, kein Scherz, es soll nur zehn bis zwölf Millionen Euro kosten. Steht einmal mehr zu befürchten, dass in Kärnten wieder Geld versenkt wird, Übung darin hat man ja.

Gerald Zemann
gast(at)a3verlag.com