Gerald Zemann, Chefredakteur

Editorial, Ausgabe 1/2 2014

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Noch vor wenigen Jahren gab es zum Themenblock „vegane/vegetarische Ernährung“ so gut wie keine Pressemeldungen. Im Jahresschnitt kamen zwei bis drei Informationen, das war es dann auch. Heute halten wir bei zwei bis drei Meldungen – pro Woche! Ob es sich dabei nur um einen kurzfristigen Trend handelt, um ein schnell abbrennendes Strohfeuer oder um eine längerfristige und nachhaltige Entwicklung, darüber referierten im Rahmen des jüngsten a3-Expertenforums (siehe Seite 10) der bekannte Spitzenkoch Siegfried Kröpfl und der Veganer Robert Süss, beide auf ihrem Gebiet Pioniere.

Die Veranstaltung ging im neuen Hotel Melia im spektakulären DC Tower in Wien über die Bühne. Einerseits war die Location unbestritten ein wichtiges Motiv, das a3-Expertenforum zu besuchen. Andererseits wollten viele Teilnehmer von Siegfried Kröpfl persönlich erfahren, warum er in diesem Bereich eine kulinarische Führungsrolle übernommen hat, welche Schwierigkeiten er dabei überwinden musste – und natürlich waren sie neugierig auf die Kostproben, die er servieren ließ. Die Übung gelang, es wurde verkostet und viel diskutiert. Unter anderem wurde die Meinung vertreten, man solle sich vom „imitieren“ traditioneller Fleischspeisen lösen und verstärkt eigene vegane Kreationen entwickeln.

Laut Prognosen werden bis zum Jahr 2020 rund 20 Prozent der Österreicher auf vegane Ernährung umgestiegen sein. Auch wenn diese Zahl nicht erreicht wird, sicher ist, dass immer mehr Menschen ihren Fleischkonsum reduzieren, auf Proteine tierischen Ursprungs verzichten wollen. Wer sich an ein oder mehreren Tagen pro Woche vegan/vegetarisch ernährt, gilt als „Flexitarier“. Diese Zielgruppe wird garantiert noch weiter wachsen, darüber sind sich alle Experten einig. Sie anzusprechen, für sie ein besonderes Angebot auszuarbeiten, das mehr als nur die sattsam bekannten Gemüselaibchen oder die (nicht veganen) gerösteten Knödel mit Ei beinhaltet, daran sollte man als Gastronom oder Hotelier heute bereits arbeiten.

Gerald Zemann

Chefredakteur

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